EEG Umlage und Strompreisentwicklung

Relative Strompreisänderung jeweils im Vergleich zum Vorjahr. 2016 zahlten Verbraucher nach dieser Grafik 28,73 Cent pro Kilowattstunde.Grafik: pv magazine/Harald Schütt

In der Vergangenheit hat man einen kontinuierlichen Anstieg der Haushaltskundenpreise gesehen, nach 2006 im Mittel um vier Prozent pro Jahr. Während die Beschaffungskosten, das sind die Energiekosten im Großhandel, gesunken sind, stiegen die EEG-Umlage und die Netzentgelte deutlich an. Diese beiden Strompreiskomponenten machen heute bereits fast 50 Prozent des Gesamtpreises aus. Rechnet man die EEG-Umlage aus der Strompreisentwicklung heraus, stieg er pro Jahr im Mittel nur noch um 1,9 Prozent, das ist nur ein halber Prozentpunkt über der Inflationsrate. In Zukunft wird die EEG-Umlage rein durch den Zubau getrieben, jedoch nicht so stark ansteigen wie in den Boomjahren der Photovoltaik. Es gibt daher keine Grundlage, die vier Prozent jährlicher Steigerung auch für die Zukunft anzunehmen. Was lässt sich für die Zukunft noch sagen?

Die Beschaffungskosten sind abhängig von der Kapazitätsentwicklung, der Preisentwicklung für Brennstoffe wie Kohle und Gas und von politischen Entscheidungen wie einem Kohleausstieg oder einer CO2-Steuer. Trend: tendenziell eher stagnierend.

Rund 20 Prozent des Strompreises macht die EEG-Umlage aus. Ihre Höhe hängt davon ab, wie sich der Zubau vor allem von Offshore-Windkraftanlagen entwickelt, davon, dass ab 2020 die ersten Anlagen aus der Förderung herausfallen, weil sie schon 20 Jahre laufen. Sie hängt auch von der Höhe der Börsenstrompreise ab. Wenn Überlegungen umgesetzt werden, die EEG-Umlage anders zu finanzieren, sinkt der Aufschlag auf den Strompreis. Trend: tendenziell in den nächsten Jahren eher steigende Umlage, im Laufe der nächsten Dekade wieder fallend.

Benötigter Netzausbau und dessen Investitionskosten sowie die Kosten für Redispatch, Netzreserve und Einspeisemanagement führen zu steigenden Netzentgelten. Diese Ausgaben sind nötig, solange die Netze nicht ausreichend ausgebaut sind. Eine Vereinheitlichung der Netzentgelte könnte die Netzentgelte in einigen Regionen reduzieren, in anderen wiederum zusätzlich erhöhen. Aktuell wird darüber diskutiert, Netzentgelte weniger verbrauchsabhängig und stärker je Netzanschluss zu finanzieren. Das würde den Preis pro Kilowattstunde senken. Trend: tendenziell eher steigend.

Die Umlagen können auch dadurch steigen, dass neue eingeführt werden. Beispielsweise denkbar wäre eine „Ersatzmineralölsteuer“. Sie soll die Ausfälle kompensieren, die entstehen, wenn bei zunehmender Elektromobilität die Einnahmen aus der Mineralölsteuer zurückgehen. Trend: tendenziell eher steigend.

Dem entgegenwirken würde es, wenn die EEG-Umlage auf alle Sektoren(Verkehr, Strom, Wärme) aufgeschlagen würde. Trend: Umlage tendenziell stagnierend oder sogar sinkend.

Die Betrachtung der einzelnen Faktoren zeigt deutlich, wie komplex die Thematik ist – eine einfache Betrachtung der Vergangenheit reicht dabei nicht aus. Besonders die Abhängigkeit der Wirtschaftlichkeit von politischen Unwägbarkeiten über den langen Investitionszeitraum hinweg (Netzentgeltsystematik, EEG-Umlagen-Systematik) erhöhen die Unsicherheit. Ein Szenario, das die Strompreissteigerung der letzten zehn Jahre einfach in die Zukunft extrapoliert, ist nicht plausibler als andere Szenarien. (Angela Pietroni, Juni 2017)

Manz startet Joint-Venture mit chinesischen Partnern

In einem Joint-Venture mit den chinesischen Partnern Shanghai Electric Group und Shenhua Group will die Manz AG die Weiterentwicklung der CIGS-Technologie beschleunigen: NICE PV Research hat bereits die Arbeit aufgenommen.

Die Manz AG hat den Kaufpreis über 50Millionen Euro für ihr Tochterunternehmen Manz CIGS Technology GmbH erhalten. Hintergrund ist die strategische Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern Shanghai Electric Group und Shenhua Group. Wie der Reutlinger Photovoltaik-Anlagenbauer am Dienstag mitteilte, agierte die Manz CIGS Technology GmbH bis April als eigenständige Forschungsgesellschaft im Bereich der CIGS-Dünnschicht-Solartechnologie innerhalb der Manz AG. Mit den chinesischen Partnern sei vereinbart worden, dass Manz die Forschungsgesellschaft in ein gemeinschaftliches Forschungsunternehmen einbringe. Wie Manz weiter mitteilt, hat dieses Unternehmen mit Namen NICE PV Research im April bereits die Arbeit aufgenommen, nachdem die notwendige Genehmigung der chinesischen Behörden vorlag. Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen sei die Grundlage für eine einzigartige Unternehmung als weltweit führende Forschungseinrichtung im Bereich der CIGS-Dünnschicht-Technologie gelegt worden. „Ziel des Joint-Ventures ist, die Weiterentwicklung der CIGS-Technologie zu beschleunigen, um damit Potenziale für eine weitere Steigerung des Wirkungsgrades zu heben und die Herstellungskosten weiter zu senken“, heißt es in der Pressemitteilung.

Neben dem Kaufpreis in Höhe von 50 Millionen Euro, den Manz nunmehr erhalten hat, waren Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 263 Millionen Euro für die Manz AG weiterer Gegenstand der Vereinbarung rund um das neue Joint-Venture. Der Start der Bearbeitung dieser erteilten Großaufträge stehe bei Manz nun unmittelbar bevor. Der Reutlinger Photovoltaik-Anlagenbauer erwartet die dafür vereinbarte Anzahlung in Höhe von 79 Millionen Euro ebenfalls noch im Mai.

Petra Hannen (PV-Magazine, 9. Mai)

Kunden haben gewählt: SOLARWATT Stromspeicher MyReserve ist „Produkt des Jahres“

Dresden, 20. April 2017 – Erneute Auszeichnung für SOLARWATT: Der Stromspeicher des Photovoltaik-Premiumherstellers ist von den Lesern der Fachzeitschrift elektrobörse smarthouse zum „Produkt des Jahres“ gekürt worden. Bei der diesjährigen Publikumswahl des Magazins belegte der MyReserve 800 von SOLARWATT in der Rubrik „Regenerative Energien“ den ersten Platz. Es ist der dritte renommierte Preis für den Photovoltaik-Systemanbieter in diesem Jahr. Zuvor war SOLARWATT bereits vom Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD als „Top Brand PV“ sowie mit dem PV Magazine Award ausgezeichnet worden.

„Stromspeicher sind ein Meilenstein für den Erfolg der Energiewende, denn durch sie wird die dezentrale Energieversorgung mit sauberem Solarstrom Realität“, sagt SOLARWATT-Geschäftsführer Detlef Neuhaus. „Unserer Ansicht nach ist die Selbstversorgung mit Strom vom eigenen Dach viel mehr als nur ein Beitrag für den Klimaschutz. Sie ist auch eine Lösung, die sich wirtschaftlich für den Verbraucher lohnt, weil sie seine Stromkosten enorm senkt. Wir sind stolz, dass die Kunden unseren Ansatz mit dieser Auszeichnung bestätigen.“

Der Stromspeicher MyReserve basiert auf der Lithium-Ionen-Technologie und wird unter Verwendung der Gleichstrom-Technik direkt zwischen PV-Anlage und Wechselrichter installiert. Dies macht ihn besonders effizient, denn damit kommt es zu deutlich geringeren Wandlungsverlusten im System. Durch verschiedene Erweiterungslösungen kann der Speicher anforderungsgerecht an den Leistungs- und Kapazitätsbedarf eines Einfamilienhauses oder eines Kleingewerbes angepasst werden.
Die Prämisse der größtmöglichen Flexibilität wurde für die SOLARWATT Speicher der neuesten Generation konsequent weiterverfolgt: Der MyReserve Matrix, der ab Sommer 2017 auf den Markt kommen wird, ist ein vollständig modulares System, das nur noch aus zwei Komponenten besteht. Entsprechend dem Energiebedarf vor Ort können das Batteriemodul sowie das Modul mit dem Batteriemanagement-System und der Leistungselektronik nahezu unbegrenzt miteinander kombiniert werden – ein Novum in der Speicherbranche. Installateure können ihren Kunden damit eine wirtschaftlich optimal dimensionierte Speicherlösung anbieten. Gleichzeitig reduzieren sich für sie der Schulungs- und Installationsaufwand des Stromspeichers sowie die Lager- und Transportkosten.

Über SOLARWATT:
Die 1993 gegründete und weltweit tätige SOLARWATT GmbH mit Sitz in Dresden ist der führende deutsche Hersteller von Photovoltaiksystemen. Das Unternehmen ist europäischer Marktführer bei Glas-Glas-Solarmodulen und gehört zu den größten Anbietern von Stromspeichern. Alle Produkte werden in Deutschland hergestellt und überzeugen durch Premiumqualität. Seit mehreren Jahren kooperieren BMW i, Bosch und E.ON mit dem Mittelständler, der mittlerweile international mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt.
Weitere Informationen: www.solarwatt.de

Pressekontakt:       
Jens Secker
BrunoMedia GmbH
Martinsstraße 17
55116 Mainz
Telefon: +49 (0) 6131 9302833
Mail: secker@brunomedia.de

Private Haushalte messen Photovoltaik und Elektromobilen höchste Bedeutung für künftige Nutzung bei

30. März 2017 | von: EuPD Research

Eine Befragung von 1.000 privaten Haushalten stellt die aktuelle Relevanz von sogenannten „grünen Produkten“ für die Nutzung in privaten Haushalten dar. Der Nutzung von Photovoltaik-Anlagen und Elektromobilen wird hierbei die größte Bedeutung zugesprochen.

Bonn. Die privaten Haushalte sind bedeutender Akteur der Energiewende und werden zunehmend mit Angeboten von „grünen Produkten“ adressiert. Eine aktuelle Befragung des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research geht hierbei der Frage nach, wie die Bedeutung dieser Produkte durch die privaten Haushalte selbst eingeschätzt wird. Mit jeweils 57% der 1.000 befragten Haushalte werden Photovoltaik-Anlagen knapp vor Elektromobilen die größte Bedeutung zur Nutzung in privaten Haushalten zugeschrieben. An dritter Stelle im Ranking werden aus Sicht der Haushalte Stromspeicher angeführt. Weitere „grüne Produkte“ wie smarte Haushaltsgeräte werden der Untersuchung zufolge lediglich von einem Drittel der Befragten als bedeutsam im Hinblick auf die Nutzung in privaten Haushalten eingestuft.

„Wenngleich die Elektromobilität trotz des staatlichen Förderprogramms aktuell noch deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt, so zeigt diese Untersuchung, dass der Bürger Elektromobilität und erneuerbare Energiequellen als Einheit sieht“, so Dr. Martin Ammon, Leiter Energiewirtschaft bei EuPD Research. Der Umstand, dass der erneuerbare Strom am besten vom eigenen Dach kommen sollte, lässt sich in den Untersuchungsergebnissen ablesen. Nach der Art des Wohnens unterschieden, zeigt sich bei Hausbesitzern sogar ein Anteil von knapp zwei Dritteln, die der Photovoltaik eine hohe Bedeutung in der Nutzung zusprechen.

In 2017 führt EuPD Research erstmals eine deutschlandweite Untersuchung zum Thema „Energieversorger in der Energiewende“ durch. Die Vorstellung der Untersuchungsergebnisse und die Auszeichnung der besten Energieversorger Deutschlands finden am 1. Juni 2017 im Rahmen der Intersolar Europe statt. Initiatoren dieses Projektes sind Intersolar Europe, DCTI Deutsches CleanTech Institut und EuPD Research.

 

Solarwatt steigert Umsatz auf 65 Millionen Euro

01. März 2017 | Märkte und Trends, Topnews

Der Dresdner Photovoltaik-Systemanbieter konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um etwa 30 Prozent erhöhen. Auch in diesem Jahr will Solarwatt mit seinen Glas-Glas-Solarmodulen und Photovoltaik-Heimspeichern weiter organisch wachsen.

Solarwatt hat im vergangenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um 30 Prozent auf rund 65 Millionen Euro gesteigert. Zugleich sei die Zahl der Beschäftigten um 20 Prozent auf insgesamt 300 Mitarbeiter gewachsen, teilte der Photovoltaik-Systemanbieter am Mittwoch mit. Das Wachstum sei vor allem der Steigerung des Systemumsatzes zu verdanken, der sich gegenüber 2015 verdoppelt habe. Dieses organische Wachstum wolle Solarwatt auch in diesem Jahr fortsetzen. „Wir freuen uns, dass wir entgegen dem branchenweiten Trend schon seit mehreren Jahren ein stabiles Wachstum verzeichnen können. 2017 wollen wir einen weiteren Schritt nach vorne machen und unseren Umsatz auf rund 100 Millionen Euro erhöhen“, kündigte Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus an. Die Mitarbeiterzahl solle sich im Jahresverlauf auf etwa 340 erhöhen – dabei stünden vor allem die Bereiche Forschung und Entwicklung und Vertrieb im Fokus.

Dabei will Solarwatt sein Photovoltaik-Speichergeschäft in diesem Jahr weiter ausbauen. Nach der Markteinführung 2015 habe es mit dem „My Reserve“-Speicher einen Marktanteil von rund zehn Prozent in Deutschland erreicht. Im vergangenen Jahr seien etwa 2000 Photovoltaik-Heimspeicher abgesetzt werden; in diesem Jahr sollen es rund 5000 Geräte sein, sagte ein Sprecher auf Nachfrage von pv magazine. „Seit der Einführung unseres My Reserve-Speichers vor zwei Jahren haben wir kontinuierlich an seiner Weiterentwicklung gearbeitet. Auf der Fachmesse ees im Rahmen der Intersolar 2017 werden wir eine wegweisende Produktinnovation ausstellen“, so Neuhaus weiter. Zugleich solle der internationale Vertrieb ausgebaut werden. Nach Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wolle Solarwatt den Photovoltaik-Heimspeicher nun auch in Spanien, Italien, Großbritannien und Australien auf den Markt bringen. Weitere Länder würden derzeit geprüft.

Neben den Photovoltaik-Heimspeichern setzt Solarwatt auch große Hoffnungen in seine Glas-Glas-Solarmodule. Die Fertigung in Dresden werde derzeit modernisiert. Mit neuen Maschinen wolle der Photovoltaik-Hersteller seinen Durchsatz deutlich beschleunigen. „Wir sind der einzige Systemanbieter, der sämtliche Produkte selbst entwickelt und in Deutschland produziert – das werden wir auch in Zukunft so beibehalten“, erklärte Neuhaus. (PV-Magazine, Sandra Enkhardt)

Manz erhält Großaufträge für zwei CIGS-Produktionslinien

Januar 2017 | Märkte und Trends, Topnews

Der Photovoltaik-Maschinenbauer Manz hat Großaufträge für zwei CIGS-Produktionslinien mit zusammen 350 Megawatt Kapazität erhalten. Zwei Joint Venture, die Manz gemeinsam mit den chinesischen Großkunden gründet, sollen sowohl die Verbreitung als auch die Weiterentwicklung der CIGS-Technologie vorantreiben.

Das Unternehmen Manz verzeichnet nach eigener Aussage die bisher mit Abstand die größte Bestellung in der Unternehmensgeschichte. Bestellt wurden eine Produktionslinie für CIGS-Dünnschichtmodule mit 306 Megawatt jährlicher Produktionskapazität und eine CIGS-Forschungslinie mit einer Kapazität von 44 Megawatt. Zusammen hat der Großauftrag ein Volumen von mehr 263 Millionen Euro. Auftraggeber sind zwei verschiedene Joint Venture, an denen die chinesischen Unternehmen Shanghai Electric Group und Shenhua Group beteiligt sind. Die Shanghai Electric Group ist Manz zufolge Chinas größter Maschinenlieferant für die Energieerzeugung, die Shenhua Group das größte Kohleunternehmen Chinas und weltweit größter Betreiber von Kohleminen.

Die CIGS-Produktionslinie soll im chinesischen Chongqing errichtet werden und nach Fertigstellung im Jahr 2018 die größte Linie und China und die zweigrößte der Welt sein. Die 44-Megawatt-Forschungslinie soll von einem Forschungs-Joint-Venture betrieben werden und die Entwicklung der CIGS-Dünnschicht-Technologie vorantreiben. Das Joint-Venture wird die bisherige Forschungsgesellschaft von Manz, die Manz CIGS Technology GmbH, für 50 Millionen Euro übernehmen. Manz wiederum wird für 25 Millionen Euro 15 Prozent Anteil an dem Joint Venture erwerben. Die restlichen Anteile halten Shanghai Electric und die Shenhua Group. Auch die bereits bestehende Innovationlinie von Manz CIGS Technology in Schwäbisch Hall wird an das Joint Venture übergehen. Manz erklärt, dass die beteiligten Parteien dafür eine Standort- und Arbeitsplatzgarantie für die kommenden fünf Jahre vereinbart haben.

Die drei Unternehmen wollen zudem ein weiteres sogenanntes Equipment-Joint-Venture gründen, das sich um die Vertriebskapazitäten in China kümmern und Ingenieurdienstleistungen anbieten wird. Am Equipment-Joint-Venture wird Manz mit 56 Prozent Anteil Mehrheitseigner sein, die restlichen Anteile halten Shanghai Electric und die Shenhua Group. Folgeaufträge für Produktionslinien aus China, sollen über dieses Joint Venture abgewickelt werden. Weitere Bestellungen aus Regionen außerhalb Chinas werden ausschließlich von der Manz AG bedient.

Die CIGS-Technologie von Manz, hat das Unternehmen in einer langjährigen Zusammenarbeit gemeinsam mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) entwickelt. Michael Powalla, ZSW-Vorstand und Leiter des Geschäftsbereichs Photovoltaik bewertet die nun geschlossenen Vereinbarungen als einen Durchbruch. „Die Investition in die Massenfertigung und Weiterentwicklung der CIGS-Dünnschichtphotovoltaik ist ein großer Erfolg für unser Institut. Die Entwicklung der hoch effizienten Dünnschichttechnologie, die wir vor rund 20 Jahren begonnen haben und seit 2010 mit der Manz AG weiterführen, gewinnt jetzt echte Relevanz für den Markt.“

Und auch Dieter Manz, Vorstandsvorsitzender und Gründer der Manz AG, zeigt sich hocherfreut: „Heute ist ein großer Tag für unser Unternehmen und für die gesamte Solarindustrie. Ein Tag, auf den wir hart hingearbeitet haben und an dem sich unser jahrelanges Durchhaltevermögen und die hohen Investitionen zur Weiterentwicklung der CIGS-Technologie endlich bezahlt machen. Für die Mitarbeiter und Aktionäre unseres Unternehmens waren die zurückliegenden Jahre nicht immer einfach. Aber es hat sich gelohnt! Manz kommt mit seiner schlüsselfertigen und vollintegrierten CIGSfab eine führende Rolle beim Technologiewechsel von der arbeits- und materialintensiven kristallinen Solartechnologie hin zur ressourcenschonenden, effizienten Dünnschicht-Technologie zu. Das macht uns alle sehr stolz.“ (Mirco Sieg, PV-Magazine)

CIGS Dünnschicht-Solartechnologie auf dem Vormarsch

  1. Juli 2016 |VDI Nachrichten

Dünnschichtmodule können Solarstrom wesentlich günstiger erzeugen als die gängige Siliziumtechnik – dieses Versprechen der Hersteller steht seit Jahren unerfüllt im Raum. Doch das könnte sich bald ändern: Mit optimierten Prozessen und neuen Materialien treiben Entwickler den Wirkungsgrad der schlanken Stromgeneratoren und senken die Produktionskosten.

Dünnschicht-Solarzellen: Die dünnen Solarzellen machen derzeit große Fortschritte in Sachen Wirkungsgrad und Herstellungskosten.

Nach überstandener Absatzkrise in der Photovoltaik geht das Rennen um Wirkungsgrade in eine neue Runde. Durch den aktuellen Boom in Asien und den USA verdienen die Unternehmen wieder mehr Geld, das sie in die Weiterentwicklung ihrer Produkte stecken können. Auch deutsche Firmen und Institute beteiligen sich an dem Wettlauf. „Die globale Nachfrage nach Photovoltaiktechnologie wächst stetig. Deutschland kann mit Solarsystemen der nächsten Generation vom Wachstum dieses Zukunftsmarkts profitieren“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW). Experten schätzen, dass durch den technischen Fortschritt die Erzeugungskosten für Solarstrom bis zum Jahr 2025 von aktuell 7,5 Cent auf 4 Cent bis 6 Cent pro KWh sinken werden.

Vor allem die Siliziumphotovoltaik gilt als Treiber des Fortschritts. Kristalline Standardzellen erreichen derzeit einen durchschnittlichen Wirkungsgrad von 20 %, ihr Limit im praktischen Einsatz wird bei 26 % gesehen – diesem Wert wollen sich die Entwickler in zahlreichen Forschungsprojekten konsequent nähern. Doch auch in der Dünnschichtphotovoltaik entwickeln sich Innovationen rasch, besonders bei Modulen auf Basis der halbleitenden Elemente Kupfer, Gallium, Indium und Selen (CIGS).

Obwohl Dünnschichtmodule aufgrund ihres relativ geringen Materialverbrauchs immer wieder als Nachfolger der Siliziumtechnik ins Spiel gebracht wurden, haben sie bisher wenig Marktrelevanz, weil ihre Entwicklung kaum mit der der kristallinen Technik mithalten konnte. Doch nun beschleunigen sich die Fortschritte: Forscher des Stuttgarter Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) haben im Juni auf einer Versuchszelle einen Wirkungsgrad von 22,6 % erreicht und damit den bisherigen Effizienzweltrekord von 22,3 %, gehalten von der japanischen Firma Solar Frontier, übertroffen.

Mit derartigen Zellen sei es möglich, den Wirkungsgrad von CIGS-Modulen von durchschnittlich 14 % auf 18 % zu erhöhen, sagt ZSW-Experte Michael Powalla. Damit würde die Technik in Effizienzregionen vorstoßen, die bisher den marktdominierenden multikristallinen Siliziummodulen vorbehalten waren. Und das nach Angaben von Powalla zu geringeren Kosten. „Die Produktionskosten der CIGS-Technologie betragen selbst bei kleinen Fabriken lediglich 40 US-Cent/W.“ Das entspricht in etwa dem heutigen Niveau von Siliziummodulen. Durch höhere Wirkungsgrade und nach einem Ausbau der CIGS-Produktionskapazitäten sei sogar eine Halbierung der Kosten möglich, sagt Powalla. In den kommenden Monaten wollen ZSW-Forscher mit dem CIGS-Linienanbieter Manz die Ergebnisse vom Labor auf die Massenproduktion übertragen.

Die ostdeutsche Firma Avancis arbeitet bereits mit effizienter CIGS-Technik. Ein 30 cm x 30 cm großes Modul, das auf einem seriengefertigten CIGS-Absorber gefertigt wurde, erreicht nach Firmenangaben einen Wirkungsgrad von 17,9 %. „Damit kommen unsere Produkte zunehmend auch für flächenbeschränkte Installationen infrage, die bisher von herkömmlichen Siliziummodulen dominiert wurden“, sagt Avancis-Technikchef Jörg Palm.

Die Technik hat auch Investoren überzeugt: Die chinesische Avancis-Mutter, der Baukonzern CMBM, errichtet in ihrer Heimat derzeit eine Solarfabrik mit einer Jahreskapazität von 1,5 GW. Ab 2017 sollen dort Module auf Basis der ostdeutschen Technik gefertigt werden.

Unterdessen arbeitet Avancis an weiteren produktionstechnischen Verbesserungen. So ist das Unternehmen unter anderem an dem von der Bundesregierung mit 5,5 Mio. € geförderten Projekt „TCO4CIGS“ beteiligt, im Rahmen dessen sich die Projektpartner aus Industrie und Forschung auf die Optimierung der elektrisch leitfähigen Fensterschicht, der sogenannten TCO-Schicht, konzentrieren. Diese übernimmt in Dünnschichtmodulen die Aufgabe des Frontkontakts, über den der Strom aus der Zelle abgeleitet wird. Bisher verwendet die Industrie als Schichtmaterial meist mit Aluminium angereichertes Zinnoxid, das jedoch nur begrenzt Effizienzsteigerungen zulässt.

Deshalb forschen die Experten unter anderem an optimierten TCO-Schichten aus neuen, indiumbasierten Materialien, die Wirkungsgrade bei gleichen oder geringeren Herstellungskosten um ein bis zwei Prozentpunkte steigern können. Diese zeigten eine höhere Ladungsträgerbeweglichkeit und könnten bei gleicher Funktion dünner aufgetragen werden, wodurch sich die Kosten entsprechend reduzierten, sagt Dünnschichtexperte Reiner Klenk vom Helmholtz-Zentrum Berlin.

Allerdings sieht sich die aufstrebende CIGS-Technik starker Konkurrenz gegenüber. Auch Dünnschichtmodule auf Basis von Cadmiumtellurid werden effizienter. Module der US-Firma First Solar erreichen im Durchschnitt mittlerweile knapp 17 % Wirkungsgrad, ihre Spitzenmodule sogar 18,2 %. Damit kommt sie heute schon auf Werte, die bei CIGS-Modulen erst in vorindustrieller Produktion realisiert werden. Dabei schafft First Solar offenbar sehr wettbewerbsfähige Kosten: Analysten zufolge produziert das Unternehmen teilweise für 40 US-Cent/W und damit günstiger als die chinesischen Produzenten kristalliner Siliziummodule. Und die Amerikaner haben noch viel vor. Mittelfristig ist eine durchschnittliche Moduleffizienz von 19 % angepeilt, die vor allem durch eine wirkungsvollere Zusammensetzung des Halbleiters erreicht werden soll. Im Rennen um Wirkungsgrade und geringe Kosten holt die Dünnschicht auf. (Von Sascha Rentzing)

 

Photovoltaik in Deutschland lohnt sich mehr als andere Kapitalanlagen

Die Photovoltaik-Anlagepreise sinken, die Strompreise steigen und dazu könnten sich im Februar noch die Einspeisevergütungen für Solarstrom leicht erhöhen. Die Branchenvereinigung Solar Cluster Baden-Württemberg hält daher Photovoltaik-Renditen von mehr als sechs Prozent wieder für möglich – mehr als bei vielen anderen Kapitalanlagen derzeit.

Das Solar Cluster Baden-Württemberg sieht eine deutlich gestiegene Rentabilität von Photovoltaik-Anlagen in Deutschland. Dafür gebe es drei Gründe, so die Branchenvereinigung am Donnerstag. Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen seien im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent gesunken. Hinzu käme, dass sich Eigenverbrauch angesichts der steigenden Strompreise noch mehr lohne. Auch die Einspeisevergütungen seien überdies im Januar stabil geblieben und könnten im Februar sogar noch um bis zu drei Prozent erhöht werden. „Inzwischen sind mit Photovoltaik-Anlagen jährliche Renditen von über 6 Prozent möglich“, sagt Carsten Tschamber vom Solar Cluster Baden-Württemberg. Das mache die Photovoltaik-Investitionen deutlich attraktiver als viele andere Kapitalanlagen.

Der Preis für schlüsselfertige Photovoltaik-Dachanlagen ist nach Angaben der Vereinigung von durchschnittlich 1640 Euro pro Kilowatt im Jahr 2014 auf nunmehr etwa 1350 Euro pro Kilowatt gesunken. „Anfang 2016 sanken die Kosten bereits auf 1.490 Euro, jetzt sind es nur noch rund 1.350 Euro“, erklärt Tschamber. Die Gestehungskosten für Solarstrom aus diesen Anlagen liege damit nur noch bei zehn bis zwölf Cent pro Kilowattstunde.

Den niedrigen Investitionskosten stünden zugleich höhere Einnahmen gegenüber. Der Eigenverbrauch lohne sich angesichts der zu Jahresbeginn vielerorts weiter gestiegenen Strompreise nun noch mehr. Dazu kommt die Einspeisevergütung für nicht selbst verbrauchten Solarstrom. Im EEG 2017 ist ein neuer Degressionsmechanismus enthalten. Dieser könnte zum 1. Februar zu einer Erhöhung der Solarförderung für kleine Dachanlagen von 1,5 oder sogar 3,0 Prozent führen. Maßgeblich dafür wird der Zubau im zweiten Halbjahr 2016 sein, der auf das Jahr hochgerechnet wird. Die neue Höhe der Einspeisevergütung wird die Bundesnetzagentur Ende Januar bekanntgeben. Seit September 2015 ist die Vergütung nicht mehr gesunken und liegt je nach Anlagengröße zwischen 8,53 und 12,31 Cent pro Kilowattstunde. Zum 1. Februar könnte sie sich nun um 0,2 oder 0,4 Cent pro Kilowattstunde erhöhen.

Nach Einschätzung des Solar Cluster Baden-Württemberg werfen Photovoltaik-Anlagen, die den Strom komplett ins Netz einspeisen, „eine kleine, aber ansehnliche Rendite“ ab. Mit dem Eigenverbrauch des Solarstroms ließe sich der finanzielle Ertrag noch weiter steigern. “Wer also den eigenen Solarstrom verbraucht und dafür keinen Netzstrom kaufen muss, spart die Differenz von aktuell rund 15 Cent. Die Einspeisevergütung dagegen liegt auf der gleichen Höhe oder nur geringfügig höher als die Kosten für selbst erzeugten Solarstrom. Hier gibt es einen Gewinn von rund 1 bis 2 Cent pro Kilowattstunde“, erklärt die Vereinigung. (Quelle: PV Magazine, Sandra Enkhardt)

KfW gewährt wieder Förderung für Photovoltaik-Speicher

Mit Beginn dieses Jahres können Interessenten wieder Fördermittel für Solarstromspeicher bei der KfW-Bank beantragen. Mit dem Antrag sollte man nicht zu lange warten, dann auch in diesem Jahr könnte der Fördertopf wieder vor Ende des Jahres aufgebraucht sein.

Seit dem 1. Januar können Solaranlagen-Betreiber wieder Unterstützung bei der KFW-Bank beantragen, wenn sie ihre Solaranlange mit einem Batteriespeichersystem betreiben wollen. Das gilt sowohl für neue Solaranlagen als auch für die Nachrüstung eines Speichers bei Bestandsanlagen. Die Förderung besteht aus zwei Komponenten: einem zinsgünstigen Kredit und einem Tilgungszuschuss. Der Tilgungszuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, sinkt zu Beginn dieses Jahres von 22 auf nun nur noch 19 Prozent. Ab dem dritten Quartal soll er nochmal auf 16 Prozent gesenkt werden.

Im vergangenen Jahr startete die KfW-Speicherförderung zum 1. März. Schon im folgenden September verkündete die Bank dann einen vorläufigen Stopp der Speicherförderung, weil der entsprechende Fördertopf mit einem Volumen von zehn Millionen Euro nahezu aufgebraucht war. Auch in diesem Jahr soll das Fördervolumen wieder zehn Millionen Euro betragen.

Nicht zu lange warten

Genau wie im vergangenen Jahr rechnen Experten auch 2017 wieder mit einem großen Interesse an der Fördermöglichkeit. Hauseigentümer, die sich für ein Solarbatteriesystem interessieren und eine Förderung erhalten möchten, sollten sich daher mit der Antragstellung beeilen, sagt zum Beispiel Petra Hegen vom Informationsprogramm Zukunft Altbau, das vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefördert wird.

Auch das unabhängige Speicherportal Enerkeep rechnet zu Jahresbeginn mit einem Ansturm. Es sei zu erwarten, dass die im 4. Quartal 2016 zurückgewiesenen Anträge im Januar eine starke Nachfrage für die neue Förderrunde auslösen, so Enerkeep. Der Fördermittelrahmen könne damit 2017 erneut gesprengt werden. Interessenten für die KfW-Speicherförderung sollten sich daher mit ihren Anträgen beeilen. Zum einen weil der Tilgungszuschuss zur Jahresmitte auf 16 Prozent abgesenkt werde, zum anderen sei auch ein neuerlicher Förderstopp nicht auszuschließen.

So wird gefördert

Für den Speicherkauf wird ein Kreditbetrag von maximal 2.000 Euro pro Kilowatt neuer Solaranlagen-Leistung gewährt, bei bestehenden Solaranlagen sind es bis zu 2.200 Euro pro installiertem Kilowatt. Der Tilgungszuschuss liegt in der ersten Jahreshälfte 2017 bei 19 Prozent. Das sind bei Neuanlagen maximal 380 Euro pro Kilowatt Anlagenleistung, bei der Nachrüstung von Bestandsanalgen maximal 418 Euro pro Kilowatt. Zukunft Altbau rechnet in einer aktuellen Meldung vor: Bei einer Photovoltaik-Anlage mit fünf Kilowatt Leistung liegt der maximalen Kreditbetrag bei 10.000 Euro und der nicht rückzahlbare Tilgungszuschuss bei bis zu 1.900 Euro.

Detaillierte Infos zur Förderung finden Sie auf der entsprechenden Webseite der KfW und im Merkblatt KfW-Programm Erneuerbare Energien „Speicher“. Neben der Bundesweite KfW-Förderung gibt es je nach Region auch noch andere Fördermöglichkeiten. So gewährt zum Beispiel auch das Bundesland Nordrhein-Westfalen eine Förderung für größere Photovoltaik-Batteriespeicher. (Quelle: Mirco Sieg)

CIS-Module punkten mit einem besseren Spektralverhalten

  1. Oktober 2016

CIS Module leisten bei widrigen Witterungsbedingungen deutlich mehr

Im Herbst herschen draußen oft widrige Witterungsbedingungen – eine dicke Nebeldecke, Starkregen oder schlichtweg Bewölkung erschwert Sonnenstrahlen das Durchkommen bis zur Erde. Scheinbar gelangt an manchen Tagen kaum Licht hindurch und erreicht damit auch nicht die PV-Anlagen, die das Licht zur Stromproduktion benötigen.

Aufgrund zweier physikalischer Phänomene sind CIS-Module unter solchen Gegebenheiten jedoch klar im Vorteil gegenüber Silizium-Modulen.

Dies ist zum Einen die Tatsache, dass sich die Helligkeit, also die Menge der ankommenden Photonen bei Diffuslicht, im Vergleich zu einer direkten Einstrahlung nicht verändert, obwohl das menschliche Auge weniger Licht wahrnimmt. Zum Anderen wird die Zusammensetzung des Sonnenlichts im Fall von Diffuslicht kurzwelliger, d.h. es orientiert sich mehr in Richtung Blau und Ultraviolett. Diese Wellenlängen kann die CIS-Technologie besser in nutzbare Energie umwandeln als kristalline Technologien. Der Grund hierfür liegt in der breiteren Spektralantwort der CIS-Module, die dafür sorgt, dass genau diese Wellenlängen zur Stromerzeugung genutzt werden können und dies besser als bei Siliziummodulen.

Nebenbei bemerkt ist dies auch am oberen Ende der Energiewellenskala, im Infrarotbereich, der Fall. Daher können Solar Frontier CIS-Module auch früh am Morgen und in den Abendstunden noch Energie produzieren.

spektralanworten-cis-modul

Spektralantworten eines typischen kristallinen Silizium-Moduls und eines Solar Frontier CIS-Moduls: Letzteres ist optimiert auf das Energieangebot der Sonne